Studie: Instagram hat die höchsten Interaktionsraten

Björn Tantau

Prozentual deutlich mehr Interaktionen als Twitter und Facebook zusammen

Der Kauf von Instagram durch Facebook entpuppt sich für das weltweit größte soziale Netzwerk immer mehr als extremer Glücksfall. Auf keiner anderen Plattform wird mit den Inhalten so intensiv interagiert, entsprechend wird Instagram auch immer beliebter.

Eine neue Studie hat sich mit Instagram befasst und herausgefunden, dass auch Facebook selbst nicht eine so hohe Interaktionsrate erzielen kann, wie es auf Instagram der Fall ist - und Twitter liegt noch weiter abgeschlagen auf dem dritten Platz. Dabei macht es einen Unterschied, wie viele Interaktionen ein Instagram Account nachweisen kann.

Aktuell hat Instagram 300 Millionen monatlich aktive User, von denen über 70 Prozent außerhalb der USA leben. "Aktiv" bedeutet auf Instagram (ähnlich wie auch auf Facebook), dass sich ein User in einem Zeitraum von 28 Tagen mindestens ein Mal eingeloggt haben und dann "aktiv" geworden sein muss (z. Bsp. durch ein eigenes Posting, einen Like oder einen Kommentar), um in der Statistik zu erscheinen.

Instagram immer interessanter für Advertiser

Auch auf Instagram gibt es somit keine "Karteileichen", die die Statistik der aktiven User verfälschen könnten. Die Nennung von 2,5 Milliarden täglichen Likes und 70 Millionen Fotos, die durchschnittlich pro Tag hochgeladen werden, lassen also darauf schließen, dass Instagram als weiteres soziales Netzwerk neben Facebook immer relevanter wird - auch und in Zukunft vor allem für Advertiser.

Instagram ist 2014 um 36 Prozent gewachsen, hat damit Pinterest und Tumblr überholt und profitiert wie kein anderes soziales Netzwerk von der immer stärkeren weltweiten Verbreitung von Smartphones. Neue Möglichkeiten zur Schaltung von Werbeanzeigen für Advertiser werden derzeit auch in Deutschland getestet und es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich Instagram generell für Werbung öffnet.

Zum aktuellen Zeitpunkt spielen Bilder noch die dominierende Rolle auf Instagram: 93,78 Prozent aller Inhalte waren im März 2015 laut Studie Bilder, nur 6,22 Prozent entfielen auf Videos. Ein Grund dafür kann die aktuell geltende Begrenzung für Videos auf Instagram sein, denn es ist nur ein maximale Länge von 15 Sekunden erlaubt.

Mehr Content = größere Reichweite

Generell werden auf Instagram im Vergleich zu Facebook allerdings weniger Inhalte insgesamt gepostet. Die Studie hat sich auch damit befasst, wie die Gesamtanzahl der geteilten Inhalte abhängig von der Größe eines Accounts auf Instagram und Facebook ist, gleiches gilt für die Interaktionsrate.

Im ersten Quartal 2015 wurden demnach auf Facebook durchschnittlich 1,5 Posts pro Tags veröffentlicht, auf Instagram war es im gleichen Zeitraum ein Post pro Tag. Bei Profilen mit jeweils mehr als 100.000 Followern ändert sich das - die Studie deckte auf, dass Accounts mit vielen Followern auch grundsätzlich mehr Inhalte posten.

Das lässt darauf schließen, dass die Chance auf eine höhere Reichweite sowohl auf Instagram als auch auf Facebook besser ist, wenn regelmäßig Inhalte in größerer Zahl gepostet werden. Diese Erkenntnisse basieren auf der Untersuchung von 5.000 Profilen.

Werbung auf Instagram bald nicht mehr nur für ausgewählte Advertiser

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg die Interaktionsrate auf Instagram im ersten Quartal 2015 auf 4,8 Prozent. Facebook kommt auf 0,72 Prozent, bei Twitter sind es nur 0,25 Prozent im Durchschnitt.

Obwohl (oder weil) es auf Instagram "nur" um Bilder und Videos geht, kommt die Plattform immer besser an und kann seinen aktiven User deutlich mehr zu Interaktionen motivieren. Das dürfte vor allem für Advertiser interessant sein, denn in einem solchen Umfeld ist das Schalten von themenrelevanten Anzeigen deutlich erfolgversprechender als auf anderen sozialen Netzwerken.

Bisher gibt es nur ausgewählte Partner, die auf Instagram als Advertiser aktiv werden dürfen. Facebook als Inhaber von Instagram reglementiert diese Entwicklung derzeit noch, um zu gewährleisten, dass die Werbeanzeigen auf Instagram insgesamt auf einem hohen Niveau bleiben - langfristig wird Instagram aber für Werbung aller Advertiser geöffnet werden.

Titelbild: tulpahn, Shutterstock.com

Björn Tantau

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