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Nicht von schlechten Eltern: Facebook-Seite als Parent-Child verwalten

Geschrieben von Maybritt Peters | 30.10.23 09:23

Vor allem Banken, Versicherungen und Retailer stehen vor der Frage, wie sie sich in den sozialen Medien am besten aufstellen. Denn diese Branchen haben die Besonderheit, dass sie meist viele Standorte haben.

Früher oder später stellt sich die Frage, wie die Facebook Präsenz am besten organisiert wird: Entweder mit einer Unternehmens-Fanpage oder mit Pages für jeden Standort. Während eine Fanpage oft nicht den Bedürfnissen der Standorte entspricht, bedeuten Fanpages für jeden Standort einen hohen organisatorischen und personellen Aufwand. Klingt nach viel Arbeit, aber muss das sein? Gibt es Möglichkeiten, Zeit zu sparen?

 
Was ist die Parent-Child-Struktur?

Machen wir es kurz. Ja, es gibt eine Möglichkeit bei der Seiternverwaltung von Facebook Zeit zu sparen. Um das Kind (haha Wortwitz) beim Namen zu nennen, es heißt Parent-Child-Struktur.

Seit einigen Jahren bietet Facebook die Möglichkeit einer Parent-Child Struktur. Wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei in der Regel um eine Beziehung zwischen einem Elternteil und einem Kind. Natürlich nicht im sozialrechtlichen Sinne, sondern in Bezug auf Benutzerberechtigungen für Facebook-Seiten.

Und so funktioniert es:

  1. Elternteil: Das Elternteil ist der Hauptadministrator oder Eigentümer der Facebook-Seite. Er hat die höchsten Berechtigungen und die Kontrolle über die Seite und kann verschiedene Aufgaben ausführen, wie z. B. Inhalte posten, Administratoren hinzufügen und die Seite verwalten. In unserem Beispiel des Einzelhändlers aus der Einleitung ist dies wahrscheinlich die Zentrale.
  2. Kind: Kinder sind Personen oder andere Facebook-Profile, die vom Elternteil eingeladen wurden, Administratoren oder Redakteure der Seite zu werden. Abhängig von den ihnen zugewiesenen Berechtigungen können sie bestimmte Aufgaben im Zusammenhang mit der Seite ausführen, z. B. Beiträge erstellen oder auf Nachrichten antworten. Um bei dem Beispiel zu bleiben: die einzelnen Filialen.

Anwendungsfälle und Vorteile

 Die Parent-Child-Struktur ermöglicht es Unternehmen, die Verwaltung ihrer Facebook-Seiten effizient zu organisieren, indem sie die Verantwortlichkeiten auf mehrere Personen verteilen und gleichzeitig die Kontrolle über wichtige Aspekte der Seite behalten. Dies kann die Zusammenarbeit und das Social Media Management erleichtern. Die verschiedenen Standorte werden unter einer Seite zusammengefasst (ähnlich den Global Pages für internationale Multi-Brands). Posts auf der Elternseite können auf alle Standorte übertragen werden. Darüber hinaus haben die Kinder die Möglichkeit, eigene Posts zu verfassen und spezifische Informationen (wie z.B. Öffnungszeiten) anzupassen. Über den Locations-Reiter gibt es eine Art Filialfinder, sodass Kund:innen die nächstgelegene Filiale als erstes gelistet bekommen. Im Grunde genommen gibt es drei Haupt-Use-Cases für die Verwaltung via Parent-Child-Struktur:

  1. Enterprise-Unternehmen: Unternehmen mit großen Marketingteams können die Parent-Child-Struktur nutzen, um verschiedene Abteilungen oder Filialen zu verwalten. Das Hauptunternehmen (Elternteil) kann die Hauptseite kontrollieren, während verschiedene Niederlassungen (Kinder) die Seiten für ihre jeweiligen Standorte oder Abteilungen verwalten.
  2. Agenturen: Marketingagenturen, die im Auftrag von Kund:innen arbeiten, können die Parent-Child-Struktur verwenden, um ihren Kund:innen Zugriff auf die von ihnen verwalteten Seiten zu gewähren. Die Agentur fungiert als Elternteil und die Kund:innen als Kinder, was eine effiziente Zusammenarbeit ermöglicht.
  3. Marken mit verschiedenen Produktlinien:Unternehmen mit verschiedenen Produktlinien oder Marken können separate Seiten für jede Marke erstellen und eine Parent-Child-Struktur verwenden, um die Gesamtverwaltung zu erleichtern. Das Mutterunternehmen behält die Kontrolle über alle Marken- oder Produktseiten.

In diesen Anwendungsfällen ermöglicht die Parent-Child-Struktur von Facebook eine effiziente Zusammenarbeit, die Delegierung von Verantwortlichkeiten und die Aufrechterhaltung der Kontrolle über verschiedene Seiten. Dies kann insbesondere dann nützlich sein, wenn mehrere Personen oder Gruppen an der Verwaltung und Pflege von Facebook-Seiten beteiligt sind.

In vier Schritten zu Parent-Child-Struktur:

Bereits in wenigen einfachen Schritten kannst Du das Set-Up einer Parent-Child-Struktur für Deine Marke vornehmen. Wir zeigen Dir wie:

  1. Öffne den Facebook Business Manager und geht im Hauptmenü unter Assets auf -> Business Locations. Dieser Unterpunkt ist nur als Admin sichtbar. 
  2. Nun richte man eine Main-Page (Elternseite) ein. Dies sollte in der Regel die Haupt-Unternehmensseite sein. Diese Main-Page „verwaltet“ in Zukunft die Unterseiten. 
    Achtung: Diese Main-Page verliert nicht nur die Adresse (falls sie vorher eine hatte), sondern auch alle Bewertungen und Sterne-Ratings!
  3. Im dritten Schritt kannst Du nun Site Pages hinzufügen. Hier kannst Du entweder bestehende Pages als Child hinzufügen oder über eine Maske neue Pages anlegen. Wenn Dein Unternehmen viele Standorte hat, lohnt sich die Importfunktion, mit der alle Filialen über ein Excel-Sheet angelegt und bearbeitet werden können. Beim Import werden die vorhandenen Kennzahlen zu Reichweite, Followerzahlen und Check-Ins angezeigt. 
  4. Überprüfe die Einstellungen unter der Filialliste. Hier kannst Du auswählen, ob der Filialfinder ein- oder ausgeblendet werden soll und ob die Posts automatisch auf die Unterseiten übernommen werden sollen. Ob Posts übernommen werden oder nicht, kann auch für jeden Standort einzeln entschieden werden (je nachdem, wie Social-Media-affin einzelne Standorte sind).

Paid-Kampagnen alias Dynamic Local Awareness Ads 

Dynamic Local Awareness Ads sind eine spezielle Art von Facebook-Anzeigen, die Unternehmen nutzen können, um gezielt in ihrer unmittelbaren Umgebung für ihre Produkte oder Dienstleistungen zu werben. Diese Anzeigen sind besonders nützlich für lokale Geschäfte und Unternehmen, die potenzielle Kund:innen in ihrer Nähe ansprechen möchten. Sie sind das perfekte Gegenstück zur bezahlten Reichweite für Unternehmen mit einem POS. In den letzten Jahren wurden viele Neuerungen eingeführt, die das Schalten von Anzeigen für Unternehmen mit mehreren Standorten deutlich verbessert und vereinfacht haben. So ist es nun möglich, bei der Schaltung von Local Awareness Ads dynamischen Content zu verwenden, um die Anzeigen besser auf lokale Besonderheiten abzustimmen. Es ist kein Geheimnis, dass Anzeigen besser funktionieren, wenn sie relevant sind.

Die neuen Funktionen zur Dynamisierung von Local Awareness Ads beziehen sich auf Text, Links und Call-to-Action-Buttons (z.B. Ortsnamen, Straßennamen oder Telefonnummern). Auf diese Weise können Local Awareness Ads an spezifische lokale Faktoren angepasst werden und wesentlich effektiver arbeiten.
Die dynamischen Local Awareness Ads erleichtern sowohl die Erstellung von Facebook-Werbeanzeigen als auch das Targeting erheblich. Mit der neuen Dynamisierungsfunktion können Seitenbetreiber Anzeigen für einzelne Filialen und Standorte automatisch zusammenstellen und entsprechend anpassen.

Genaue Analysen dank Local Insights

Um nicht im Blindflug Entscheidungen treffen zu müssen, hat Facebook einen Reiter im üblichen Bereich "Einblicke" hinzugefügt. Dieser Bereich enthält nützliche Informationen, die für das Marketing lokaler Facebook-Seiten hilfreich sein können. Beispielsweise können die Tage und Uhrzeiten angezeigt werden, an denen die Besucherzahlen am höchsten sind.

Demographische Informationen wie Alter und Geschlecht werden ebenfalls angezeigt. Das Gleiche gilt für allgemeine Informationen wie den geografischen Radius, in dem Personen, die über ihr Smartphone auf Facebook zugreifen, im letzten Monat auf das eigene Unternehmen aufmerksam wurden.

Damit diese Informationen effektiv genutzt werden können, zeigt Facebook Local Insights auch die Anzahl der Personen in der unmittelbaren Umgebung eines Ortes an, die potenziell die entsprechende Unternehmensanzeige sehen könnten. Diese Informationen werden allerdings nur von Facebook-Nutzer:innen bereit gestellt, die die Standortfreigabe über ihr Smartphone aktiviert haben.

Parent-Child-Struktur außerhalb von Facebook:

Die Parent-Child-Struktur, wie sie auf Facebook existiert, ist eine spezielle Funktion, die für die Verwaltung von Facebook-Seiten entwickelt wurde. Andere soziale Netzwerke und Plattformen haben andere Systeme und Funktionen, um Seiten und Konten zu verwalten. Daher gibt es kein direktes Äquivalent zur Parent-Child-Struktur in anderen sozialen Netzwerken.

Jedes soziale Netzwerk oder jede Plattform kann seine eigenen Verwaltungswerkzeuge und -funktionen anbieten. Auf einigen Plattformen können Benutzern verschiedene Rollen und Berechtigungen für Seiten oder Profile zugewiesen werden, um die Zusammenarbeit zu erleichtern. Diese Rollen können je nach Plattform unterschiedliche Bezeichnungen haben, z. B. Administrator, Redakteur, Moderator usw.

Es ist wichtig, die spezifischen Funktionen und Verwaltungsmöglichkeiten jeder Plattform zu prüfen, um zu verstehen, wie die Zusammenarbeit und die Verwaltung von Seiten oder Profilen organisiert werden kann. Dies kann von Plattform zu Plattform unterschiedlich sein, und es ist ratsam, sich mit den jeweiligen Richtlinien und Möglichkeiten vertraut zu machen, um den Bedürfnissen des Unternehmens am besten gerecht zu werden.

Fazit zu Parent-Child-Strukturen auf Facebook

Als Mutter unter den sozialen Netzwerken hat Facebook mit der Verwaltungsoption einen Meilenstein gesetzt. Andere Social Networks hinken hier noch hinterher, was die Administration noch erschwert. Als Social Media Management Tool hat Facelift sehr granulare Rollen und Rechte entwickelt, die für jeden User, Standort oder Team angepasst werden können. Nicht nur für Facebook, sondern für alle Netzwerke. Im Moment kämpfst Du noch mit viel manueller und repetitiver Arbeit oder hast Dich deshalb bewusst gegen Standortseiten entschieden? Sei nicht schüchtern und fordere eine kostenlose Demo an.